// Die Welt ist kuratiert.
Wir haben alle Geschmack, konstatieren wir.
Thematische Ausstellungen stellen wir auf Pinterest zusammen.
Ästhetik kommt von aisthetikós; ‘das Wahrnehmbare betreffend’.
Das Wahrgenommende wird geordnet, vielleicht ist, was wir nicht einordnen können dann das Unästhetische; denn auch kategorial ‘Hässlichem’ können wir etwas abgewinnen, wir können es als ästhetisch bezeichnen, sprechen von morbider Faszination, zum Beispiel;
Wir können vielleicht wegschauen, aber wir wollen gar nicht.
Wir selektieren, katalogisieren, und tragen das weiter; ‘gefällt mir’.
Man könnte dann mit der Beliebigkeits-Keule kommen, Sinnfragen stellen, würde man wollen;
Aber eigentlich haben wir auch unsere Wahrnehmung schon kuratiert; die Feeds abonniert,
deren Selektion wir gut heißen;
Kuratiert war die Welt vielleicht schon immer, aber, These: mit dem Internet durchzieht das doch sehr allmfassend alle Ebenen der Produktion, Distribution, Rezeption.
Ganz Gewitzte könnten nun mit der Feedback-Schleife kommen;
Und ist eigentlich alles schon da und zirkuliert nur? Kommt Neues in die Kurations-Loops;
oder kannten wir das nur bisher noch nicht? Wobei die Frage nach neu und alt auch hinfällig wird;
alles ist gleichzeitig, wir verschieben nur unsere Definition von ‘gefällt mir’, quasi als Lupe über der Masse.
// Bitte Kuratieren Sie.


