I´m Here

Spike Jonez erste Liebesgeschichte, Premiere auf dem Sundance Festival 2009, gezeigt auf der Berlinale. Ein großartiger Kurzfilm, seit März frei anzuschauen in einem extra programmierten Internet-Filmtheater. Alleine oder mit Facebook-Freunden. Aber nicht nur die Distributionsmethode ist mit Liebe zum Detail. Auch die Love Story zweier Roboter in L.A. ist die 30 Minuten Essenz aus I Am Robot, AI und ein bischen WallE.

Digital Hardcore ist zurück, auferstanden aus dem Großen Nichts um gegebenenfalls folgendes Szenario zu zerstören:
“Ein Kind ist das erste Mal auf einer Beerdigung, es schaut, wie die Erwachsenen sich verhalten, und macht es nach. Das ist Pop in 2010.” (Alec Empire auf Twitter).
Ist es die Nostalgie, die Alec, Hanin Elias und Nic Endo noch einmal zusammen auf die Bühne treibt (9 Gigs bisher geplant im Mai und Juli 2010)? Oder ist es das Gefühl, dass die Zeiten mal wieder nach Revolution schreien?
In jedem Fall stellt CX Kidtronik - seines Zeichens MC und Producer mit der korrekten politischen Einstellung (bisher Kollaborationen mit Kanye West, Saul Williams und Nine Inch Nails … natürlich, da schließt sich der Dunstkreis) - einen würdigen Ersatz für den eigentlich unersetzbaren Carl Crack dar. Der Sound an sich ist nicht wirklich neu, aber in Zeiten wie diesen klingt er schon fast wieder revolutionär. Die Jüngeren erinnern sich an Nichts und rufen:”OMG!” und die Älteren nicken wissentlich mit dem Kopf, und erinnern sich wehmütig an Kreuzberg. Von purer Revoluzzer-Nostalgie ist der Reunion-Track “Activate!” jedoch weit entfernt. Nach wie vor brutal, nach wie vor ziemlich einzigartig und nach wie vor relevant. Freut man sich.


Trainspotting, Danny Boyle (1996)

und dann tunng;
deren gute pfeile ziemlich genau dort hin trafen, wo es weh tut,
auf die schöne art und weiße, schmerzlich-schöne art und weise.
… and then we saw land,
veröffentlicht am 01.03.2010.
jetzt tragen sie einen davon, auf ihren melodien, in und durch so einen frühling voller blauer bänder,
und
- es fühlt sich einfach gut an.
konzerte auf dem kontinent spielen sie dann auch gleich noch, mehr kann man sich eigentlich kaum noch wünschen.
außer vielleicht dem adretten video zu hustle (siehe unten)
und dem kostenfreien download von don’t look down or back auf der bandwebseite.
frühling ja du bists und so.
manchmal müssen es halt klischees sein.
Tunng - Hustle from Thrill Jockey Records on Vimeo.
Es gibt Bands, die tauchen ganz plötzlich auf und lagern sich wie eine Selbstverständlichkeit in die eigene Biographie. Die machen dann Lieder, bei denen der Text sich murmelnderweise über Minuten und gewollter Weise ohne Ambition auf Verständlichkeit in eine imposante Instrumentierung einfügt, bis es einen Bruch gibt. Der erste Satz, welcher wirklich verstanden werden will, ist “You know I dreamed about you for twenty-nine years before I saw you”.

Wir reden von The National.
Das neue Album heißt “High Violet” und erscheint am 5 Mai.
Heute ist ein guter Tag.

Afrikaans. Südafrika. OK. Holland. OK. Irgendwie bekommt man eine Ahnung. Musik in einer nach niederländisch klingenden Sprache. Irre Kostüme, schrille Texte. Wie Diplo, nur anders. Nicht Jamaika, keine Dancehalls. Die WM. Naja. Vielleicht der Sound 2010. Besser als diese blöden Münchner Fussballhymnenfabrik. Weltmusik ist ja total im kommen, warum auch nicht. Keine Esoterik diesmal. Hip Hop. Zum Glück. Holt schon mal die Vuvuzelas raus.
\’Die Antwoord\’ Rap Video Blowing Up
Nachdem, laut eigener Aussage, für Maximilian Hecker im Jahre 2008 ein Prozess seinen Lauf nahm, durch den für ihn persönlich sein gesamtes künstlerisches Schaffen in Frage gestellt wurde, war der Anspruch, der mit einem Leben einhergeht, welches sich selbst seit sieben Jahren der Musik verschrieben hat, für ihn zur Farce verkommen, da er das, was er an eigenem Gefühlsleben bisher musikalische verabeitet hatte, als nicht aussagekräftig genug wahrnahm. Es waren nur unzureichende Fragmente einer inneren Gefühlswelt, welche er aber im Gesamten fassen wollte. Daraufhin entledigte er sich der Zwänge, welche ihn zu dem Zeitpunkt umgaben, hörte auf sich zu rasieren, trug nur noch Jogginghosen und ging auf die Straße, um für sich selbst an einen Punkt zu kommen, an dem seine Musik für ihn wieder seine Musik war.
“I Am Nothing But Emotion, No Human Being, No Son, Never Again Son” ist als Album das Ergebnis dieser musikalischen Selbstfindung, aufgenommen mit den einfachsten Mitteln und größtenteils improvisierten Texten. Es erscheint am 26. März. Vorher aber, und das ist der Grund dieses Beitrages, denn das Album selbst habe ich noch nicht gehört, wird Hecker die neuen Songs in Berlin präsentieren. Umsonst und Draußen. Er trägt die fertige Arbeit zurück an den Punkt der Entstehung und spielt am kommenden Samstag, den 6. März, ein Straßenkonzert - um 18 Uhr, in Berlin-Mitte, in der Torstraße. Genau hier:
http://no74-berlin.com/

