Review: The Little Hands Of Asphalt - Leap Years

Norwegen ist, im Gegensatz zu Schweden, nicht gerade dafür bekannt in Sachen Pop die Leichtigkeit für sich gepachtet zu haben. Trotzdem hat Sjur Lyseid, unter dem Pseudonym The Little Hands Of Asphalt, mit seinem Solodebut Leap Years ein Album geschaffen, welches einen, trotz der von Melancholie durchzogenen Songs, durch so manchen warmen Sommerabend begleiten kann.
Zwar sind Parallelen zu den großen Namen der Indie-Folk Szene, im speziellen Bright Eyes und Elliot Smith, nicht zu übersehen, allerdings wird man beim Hören von Leap Years nicht zwangsweise in eine so starke Katharsis gedrängt, dass man nur in der Lage ist das Album komplett zu hören, wenn es einem selbst unglaublich schlecht geht. Natürlich geht es in den meisten Liedern, wie so oft, um die elementaren Probleme von menschlichen Beziehungen und einer Möglichkeit sich mit selbigen zu arrangieren, doch wird Schmerz durch die extrem guten Texte eher als ein Teilelement dargestellt, welches man einfacher Weise akzeptieren sollte, da man ja so oder so nichts daran ändern kann.
It’s getting harder and harder to try and fight time.Â
And now the DJ plays our favorite from 1999.Â
But if you hum along and remember the songÂ
we may move on to the next one.
Die Detailverliebtheit schlägt sich nicht nur in den Texten sondern auf überragende Weise auch in der Komposition der Lieder nieder. Da verstrickt sich das gezupfte Banjo perfekt mit gelegentlichen Harmonika-Einschüben oder seicht gespieltem Waldhorn zu einem Stück Musik, welches, durch nahezu perfektes Arrangement, oft auch ganz gut ohne Text auskommen.
Ohne Zögern kann man sagen, dass Sjur Lyseid es geschafft hat, dem Titel seines Solodebuts voll gerecht zu werden, denn Schaltjahre gibt es schließlich nur alle vier Jahre.
Leap Years ist in Deutschland nur als Mp3-Download über Amazon erhältlich, allerdings gibt es eine Ep mit dem Titel Spit Back At The Rain, welche dem Album voranggegangen ist, als kostenlosen Download beim Netlabel Lazy Acre Records.
Leap Years ist bei How Is Annie Records (Spoon Train Audio) erschienen.
